Welches Pferdefutter im Winter das Pferd fit und gesund hält

14.01.2016 11:51

Welches Pferdefutter im Winter das Pferd fit und gesund hält

Nasskaltes Wetter, Minustemperaturen und immer kürzere Tage - als Pferdehalter stehen Sie in der kalten Jahreszeit wahrscheinlich wie die meisten vor der Frage, welches Pferdefutter im Winter die Gesundheit Ihres Tieres garantieren kann. Doch braucht es dazu überhaupt ein besonderes Pferdefutter im Winter? Und wenn ja, worauf müssen Sie achten, wenn Sie Pferdefutter kaufen möchten? Immerhin steht Ihnen dazu ein breites Angebot zur Verfügung, aus dem Sie das richtige Futter für Ihr Pferd aussuchen müssen.

Warum die Ernährung des Pferdes im Winter umgestellt werden muss

Im Sommer ist die Weide ein natürlicher und reichhaltiger Lieferant von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Die sinkenden Temperaturen und wenigen Sonnenstunden zwingen jedoch das Gras dazu, sein Wachstum einzustellen. Dadurch steht auch den Pferden, die im Winter noch auf die Weide kommen, nicht mehr genug Gras zur Verfügung. Gleichzeitig steigt der Bedarf der Tiere, weil ihr Organismus den winterlichen Bedingungen trotzen muss. Deshalb ist es notwendig, die Ernährung der Jahreszeit anzupassen. Die gespeicherten Nährstoffe im Heu können die Weide allerdings auch nicht ersetzen. Es reicht also nicht aus, nur die Ration zu erhöhen oder in der Box ausschließlich Heu zu füttern.
Um die tägliche Versorgung mit allen nötigen Nährstoffen dennoch zu gewährleisten, können Sie neben bestimmten Obst- und Gemüsesorten, sowie hausgemachten Zusätzen wie Kleie-Zuckerrüben-Zubereitungen, auch Pferdefutter kaufen, das alle nötigen Inhaltsstoffe enthält. Dabei ist wichtig, dass Sie ein Futter auswählen, das den speziellen Bedürfnissen Ihres Pferdes entspricht.

Welche Futtermittel Pferde im Winter brauchen

Welches Pferdefutter für Ihr Tier das richtige ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Neben Rasse, Größe und Alter, spielen auch Unterbringen und Bewegung eine große Rolle. Die robusten Rassen brauchen neben dem Raufutter weniger zusätzliches Futter als andere Rassen. Ältere Tiere nehmen auch bei wenig Bewegung schneller ab, wenn es kälter wird. Ein jüngeres Pferd, das im Winter deutlich weniger geritten wird, kann dagegen zunehmen. Bekommt es allerdings ganzjährig viel Bewegung, braucht es entsprechend Energie.
Das begründet auch das reichhaltige Angebot an Futtermitteln. Wenn Sie also Pferdefutter kaufen, achten Sie auf die Zusammenstellung. Unterschiedliche Nährstoffe bedienen nämlich unterschiedliche Funktionen und Bedürfnisse des Körpers Ihres Pferdes.

Grundnahrungsmittel Raufutter - Rationierung und Qualität

Auch wenn Heu als Pferdefutter im Winter allein nicht ausreicht, ist es das Grundnahrungsmittel für jedes Pferd. Von Natur aus ist der Magen des Pferdes nicht auf Fresspausen ausgelegt, die länger als 3 Stunden dauern. Füttern Sie deshalb besser mehrmals am Tag kleinere Rationen. Eine Grundregel besagt, dass Pferde bei Kälte mehr fressen müssen, weil ihr Energiebedarf steigt. Robuste Rassen mit dickem Fell und Pferde, die weniger Bewegung bekommen als gewöhnlich, können aber schnell zunehmen. Deshalb brauchen diese Fälle eine deutlich kleinere Erhöhung der Futtermenge.
Die Qualität des Heus hat zudem einen großen Einfluss auf die Gesundheit. Gutes Heu ist trocken und frei von Schimmel. Es sollte außerdem einen hohen Anteil an verschiedenen Kräutern haben.
Zum Raufutter, was Futter aus Rohfaser bezeichnet, gehört auch Stroh. Es liefert zusätzlich zum Heu Energie, ist dabei eiweißarm und enthält Ballaststoffe, welche die Funktion des Darms verbessern.

Welche Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente Pferde brauchen

Im Herbst steht für Pferde der Fellwechsel an, der oft bis in den Winter hinein andauert. In dieser Zeit brauchen sie vermehrt das Spurenelement Zink.

Pferde, die bis zum Winter nicht täglich auf der Weide standen, weiterhin sportlich betätigt oder zur Zucht eingesetzt werden, brauchen eine zusätzliche Versorgung mit Vitamin A, Vitamin D, Vitamin K und Vitamin E. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihr Pferd im Sommer genug dieser Vitamine aufgenommen hat, sollten Sie beim Pferdefutter im Winter auf diese achten. Vitamin A ist als die Vorstufe Beta-Carotin zwar auch in Karotten und Roter Beete enthalten, allerdings wird eine große Menge des Gemüses gebraucht, um den täglichen Bedarf zu decken. Alternativen sind zum Beispiel Wiesencobs, Luzernemischungen und andere Produkte aus getrocknetem Gras.

Vitamin B wird dagegen normalerweise vom Organismus des Pferdes selbst hergestellt. Altersbedingt oder aus gesundheitlichen Gründen kann allerdings ein Mangel entstehen. Und Vitamin B unterstützt die Gesundheit der Darmflora. Für mehr Vitamin B kann Bierhefe sorgen, allerdings nur als Zusatz in kleinen Mengen, da sie sehr eiweißreich ist.

Darüber hinaus brauchen Pferde Kalzium, Magnesium, Selen und Kupfer. Die benötigten Mengen sind dabei stark von Größe und Rasse abhängig. Besonders Kupfer kann bereits ausreichend im Grundfutter enthalten sein und darf durch Zusatzfutter nicht überdosiert werden.

Kraftfutter: Getreide als Energiespender

Kraftfutter ist reich an Proteinen und Kohlenhydraten. Sport- und Zuchtpferde kommen im Winter ohne diese zusätzliche Energie genau so wenig aus, wie ältere oder kränkliche Tiere, die zum Abmagern neigen. Doch auch für alle anderen Pferde ist das Zufüttern mit Kraftfutter im Winter sinnvoll. Besonders wenn das Wetter schlecht ist und die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen. Ist die Energiezufuhr durch das Futter allerdings höher als der Verbrauch durch Bewegung, kann das zur Verfettung führen.
Tiere, die sich weniger bewegen, brauchen also auch deutlich weniger Kraftfutter.

Zum Kraftfutter zählen die Getreidesorten Hafer, Gerste und Dinkel, aber auch Leinsamen und Mais. Die Energiezufuhr durch Hafer geht besonders schnell, außerdem enthält er zusätzlich Fett und Stärke. Eine dauerhafte Erhöhung der Ration kann sich daher im Verhalten des Pferdes niederschlagen, weil es ständig einen regelrechten Energieschub erhält. Um den durch die Kälte bedingten Energiebedarf dennoch zu decken, können Sie alternativ Gerste oder Dinkel zugeben. Dauerhaft zu viel Hafer und Gerste kann allerdings auch zur Übersäuerung führen. Für eine längere Energiezufuhr können Sie die Getreidemengen wieder reduzieren und stattdessen kalt gepresstes Öl dem Futter zugeben, weil es ein Energiespender ohne die Gefahr der Übersäuerung ist.

Mais ist dagegen in größeren Mengen schwer verdaulich und kann sogar den Darm schädigen. Wenn überhaupt, dann sollte er nur kurzzeitig und in kleinen Mengen bei Gewichtsverlust verfüttert werden. Sowohl bei Mais als auch bei Gerste gelten die hoch aufgeschlossenen Varianten als verträglicher für die Verdauung.

Getreide im Müsli für Pferde sollte nicht zu hoch erhitzt worden sein, weil auf diese Weise die Vitamine verloren gehen. Wenn Sie aber kein solches Mischprodukt verwenden möchten, sondern lieber reines Getreide selbst portionieren möchten, können Sie mit getreidefreiem Zusatzfutter für mehr Mineral- und weitere Nährstoffe sorgen.

Mash als bekömmliche Abwechslung

Warmes Mash wird Ihr Pferd zwar nicht von innen wärmen, wie viele annehmen, aber die meisten Pferde haben gerne etwas Abwechslung auf ihrem Speiseplan. Vor allem ist Mash besonders gut für die Verdauung, weil die Stärke in Hafer und Gerste ausgekocht worden ist, ebenso wie Schleimstoffe und schädliche Enzyme der Leinsamen. Maximal zwei Mal die Woche können Sie Ihrem Pferd mit Mash eine Freude machen.

Zusammenfassend gesagt...

Wenn Sie Pferdefutter kaufen wollen, um Ihr Tier gesund und fit durch den Winter zu bringen, dann brauchen Sie also gutes Heu mit hohem Kräuteranteil und Stroh als Grundlage. Außerdem ein paar Zusätze mit den nötigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen zum Beispiel in Form von verschiedenen Fertigprodukten aus getrockneten Gräsern und zusätzlichen Kräutern. Und natürlich Kraftfutter für den erhöhten Energiebedarf bei Kälte aus Getreide. Bei den Mengen und Mischungen müssen Sie auf die individuellen Bedürfnisse und Bedingungen Ihres Pferdes achten. Behalten Sie dazu die Figur des Pferdes im Auge. Außerdem können Sie durch Abwechslung die Lust des Pferdes am Fressen erhalten.


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