Diese Nährstoffe und Übungen benötigt Ihr Pferd für einen gesunden Muskelaufbau

07.08.2017 12:22

Neben ausgewogenem Training für den aktiven Muskelaufbau beim Pferd ist unterstützendes Pferdefutter unerlässlich. Ein Pferd in der Aufbauphase benötigt selbstverständlich mehr Nährstoffe, als ein Pferd mit reinem Erhaltungsbedarf. Erfahren Sie hier, welche Nährstoffe Ihr Pferd, während des Muskelaufbaus, unbedingt benötigt.

Heu und Stroh als Grundlage
Für eine ausreichende Rohfaserversorgung Ihres Pferdes sind gutes Heu und Futterstroh unverzichtbar. Zudem stillt es das ausgeprägte Kaubedürfnis Ihres Pferdes. Ein Pferd in freier Natur frisst 12 bis 15 Stunden am Tag. Tragende Stuten, sogar bis zu 18 Stunden. Diese Zeit benötigen Pferde, um ihren natürlichen Nährstoffbedarf zu decken. Ausreichend langes Kauen des Pferdes fördert die Verdauung und den Stressabbau, da sich durch das Kauen, und die reichliche Speichelbildung, im Magen genügend Magensäure, aber auch der notwendige Antagonist Natriumbikarbonat, bildet. Natriumbikarbonat ist sehr wichtig zur Entsäuerung des Gewebes und dient als Prophylaxe gegen Sehnenschäden und dergleichen. Steigt die Leistungsanforderung an das Pferd jedoch an, so kann es seinen Nährstoffbedarf nicht mehr ausschließlich über Heu und Stroh decken, und muss durch qualitatives Pferdefutter ergänzt werden.

Für den Muskelaufbau beim Pferd wird daher ein gutes und ausgewogenes Pferdefutter benötigt, dass ihm durch seine höhere Nährstoffdichte, die zusätzlich benötigten Nährstoffe liefert. Hierbei müssen die Energie liefernden Nährstoffe ebenso berücksichtigt werden wie die nicht Energie liefernden (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente).

Eiweiß (Protein)
Als Faustregel für den täglichen Proteinbedarf eines 500 kg schweren Pferdes, bei mittlerer Arbeit, gelten zwischen 500 und 800 g verdauliches Rohprotein. Ein sich im Muskelaufbau befindliches Pferd hat jedoch, neben laktierenden Sturen, einen deutlich erhöhten Eiweißbedarf. Eiweiß ist essenziell wichtig für den Muskelaufbau und -Stoffwechsel; es spielt aber auch bei vielen anderen Stoffwechselvorgängen eine erhebliche Rolle. Eiweiß ist die wichtigste Energiequelle für die Muskulatur. Ohne Eiweiß keine Muskeln!

Als erster und grundlegendster Eiweißlieferant ist das unerlässliche Heu, mit durchschnittlich 85 g Rohprotein je kg, zu nennen. Der Rohproteingehalt von Heu kann jedoch, je nach Grassorte und Schnittzeitpunkt, zwischen 60 und 130 g, variieren.

Es steht jedoch nicht nur der erhöhte Eiweißgehalt im Vordergrund, sondern vor allem die Verdaulichkeit des zugeführten Proteins. Diese wiederum ist vom Aminosäuremuster des zugeführten Eiweißes abhängig. Aminosäuren sind die kleinsten Bausteine der Proteine. Man unterscheidet hierbei zwischen essenziellen und nichtessenziellen Aminosäuren. Die essenziellen Aminosäuren können vom Körper nicht selbst synthetisiert werden, und müssen ihm daher über geeignetes Pferdefutter zugeführt werden. Vor allem bei den essenziellen Aminosäuren Lysin und Methionin kommt es häufig, trotz hoher Eiweißzufuhr, zu einem Mangel.

Mineralstoffe und Spurenelemente
Eine hohe Verfügbarkeit an Magnesium ist während des Muskelaufbaus beim Pferd besonders wichtig. So kann in Zeiten erhöhter Muskelbeanspruchung der Magnesiumbedarf bis auf 20 g pro Tag ansteigen. Magnesium hat nicht nur einen hohen Einfluss auf die Entspannung der Muskulatur, sondern wirkt auch Basen bildend. Mindestens ebenso wichtig wie das Mineral Magnesium ist das Spurenelement Mangan, das als Bestandteil wichtiger Enzyme antioxidativ, Leber entgiftend und bindegewebsaufbauend wirkt. Ebenso spielen Kupfer, Zink und Selen eine überragende Rolle beim Aufbau von Bindegewebe und der Stärkung des Immunsystems, und sollten daher über ein gutes Mineralfutter für Pferde ausreichend zugeführt werden.

Vitamine
Hier ist besonders Vitamin E, als wichtiges Zellschutzvitamin, zu nennen. Der Bedarf an Vitamin E während des Muskelaufbaus beim Pferd ist, gegenüber reiner Erhaltungsernährung, um ein Vielfaches erhöht, und kann über das Grundfutter nicht mehr gedeckt werden. Ebenso sollten Sie auf ein gleichzeitiges Vorkommen von Vitamin C und Kräutern, mit hohem Gehalt an Flavonoiden, achten.

Elektrolyte
Zu den wichtigsten Elektrolyten zählen Natrium, Kalium und Chlor. Vor allem Natriumchlorid kann bei starker Beanspruchung Ihres Pferdes, durch Verlust über den Schweiß, auf bis zu 200 g ansteigen. Zu Kaliumverlusten kommt es besonders bei hohen Anstrengungen und zu geringer Heufütterung sowie dem Fehlen melassehaltiger Futtermittel. Auch hier kann ein gutes Mineralfutter für Pferde für entsprechenden Ausgleich sorgen.

Wichtige Übungen für Ihr Pferd
In der Regel sollten Sie zwei bis drei Monate für einen gesunden Muskelaufbau beim Pferd einplanen. Voraussetzung ist hierbei ein konsequenter und individuell für Ihr Pferd abgestimmter Trainingsplan. Am besten beginnen Sie immer mit Bodenarbeit über Stangen oder Cavalettis, mit schonenden Biegungen und Wendungen. Dies erhöht die Aufmerksamkeit und Trittsicherheit Ihres Pferdes und dehnt die Muskulatur. Anschließend kann mit, sich langsam steigernder, Longenarbeit das Training fortgesetzt werden, wobei immer auf korrektes Longieren, am besten mit Kappzaum, auf einem genügend großen Zirkel, zu achten ist. Erst bei genügender Balance und ausreichendem Muskelaufbau sowie Kondition und Trittsicherheit Ihres Pferdes sollten Sie Ihr Pferd durch das zusätzliche Reitergewicht belasten.

Auch ausgedehntes Klettern sowohl bergauf als auch bergab, unterstützt den Muskelaufbau beim Pferd und fördert seine Trittsicherheit und Balance.

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