Das richtige Pferdefutter - Was frisst das Pferd und was sollte man füttern?

12.02.2016 06:59
Das richtige Pferdefutter - Was frisst das Pferd und was sollte man füttern?
Auch Pferdestärke(n) kommt nicht von ungefähr, eine gesunde Kost ist die Grundlage dafür. Aber welches Pferdefutter bevorzugt der Vierbeiner von heute? Stehen Hafer, Gerste und Mais immer noch hoch im Kurs, oder werden Pellets bevorzugt?...

Richtiges Pferdefutter gleich gesundes Pferde-Leben, diese Definition punktet. Mittlerweile hat sich ein Markt etabliert, der von verschiedensten Ideologien getragen wird. Es findet eine wahre Revolution statt, bei der Müsli-Mischungen, pelletierte Futtermittel und Heu-Ersatzstoffe als Pferdefutter definiert werden. Alte Ernährungskonzepte haben aber dennoch ihre Berechtigung, denn nach wie vor freut sich das Pferd über Heu und Stroh, das sogenannte Raufutter. Wenn, ja, wenn es nicht die berühmten Unterschiede gäbe, denn ein Pferd, welches vorwiegend auf der Koppel steht, benötigt eine andere Ernährung als ein Arbeitspferd. Dem wird Rechnung getragen, indem das Koppel-Pferd vornehmlich Heu und Stroh verspeisen darf, während beim Arbeitspferd Kraftfutter angesagt ist, das sich aus Getreidesorten und Müslis zusammensetzt.

Heu - das Überraschungsei!
Dennoch, ohne Heu läuft gar nichts, und darum wird es auch als "Brot der Pferde" bezeichnet. Das raufaserreiche Heu ist sozusagen das "Überraschungsei", denn es bietet neben vielen Nährstoffen auch eine "Beschäftigungstherapie" an. Erfolgen nur wenige Ausritte mit dem Pferd, so kann Heu als Alleinfuttermittel fungieren, da Heufasern über Ballaststoffe verfügen, die verdauungstechnisch von großer Bedeutung sind. Allerdings benötigt jedes Pferd täglich eine Mindestmenge von 6 kg Heu.

Apropos Heu, hier gilt es noch ein paar wichtige Regeln zu beachten. Bei Heu handelt es sich um ein Naturprodukt, bei dem viel Wert auf richtige Lagerung gelegt wird. So darf es nicht zu nass sein, wenn es zu Ballen gepresst wird, da sonst Schimmelbefall droht. Des Weiteren muss penibel darauf geachtet werden, dass es nicht zu frisch auf den Speiseplan kommt, denn eine dreimonatige Lagerung macht es verdaubarer für Pferde und schließt obendrein noch Bakterien aus. Gutes und schmackhaftes Heu hat eine weiche und nicht zu strohige Konsistenz und sollte zudem nicht übermäßig stauben. Des Weiteren definiert sich dieses Pferdefutter über den kräftig würzigen Heugeruch. Sollte sich ein Pferd nun mit Allergie-Problemen oder gar einem chronischen Husten herumplagen, so ist es ratsam, Heu nass zu füttern. Die enorme Belastung, die durch Heustaub entsteht, wird so drastisch reduziert.

Stroh – Das Pferdefutter mit Geschichte!
Stroh ist vom Speiseplan eines Pferdes nicht wegzudenken, denn es räumt ordentlich den Darm auf. Längst vorbei die Zeiten, als Pferde noch sinnig in ihrer strohgefüllten Box standen, heute avanciert es zu einem wichtigen Pferdefutter. Dabei liefert es aber kaum Nährstoffe, kann aber mit vielen Ballaststoffen punkten, die für eine gute Verdauung unerlässlich sind. Beim Pferdefutter muss stets auf ein gesundes Gleichgewicht geachtet werden, denn weder zuviel Kraftfutter noch ein zu wenig an Ballaststoffen ist dienlich. Koliken und Verdauungsstörungen wären die unangenehmen Folgen. Eine tägliche Menge von drei bis vier Kilo Stroh wäre wünschenswert.

Von Hafer über Gerste bis zu Mais & Co.!
Pferdefutter erschöpft sich aber nicht nur in Heu und Stroh, hier ist Abwechslung an der Tagesordnung. Hafer, das klassische Pferdefutter schlechthin, gilt als hervorragender Energielieferant. Sehr gute Verträglichkeit und ein geringer Anteil an Klebereiweißen lässt dieses Pferdefutter zu einem bevorzugten Futtermittel avancieren. Damit das Pferd aber nicht der berühmte Hafer sticht, muss die zugeführte Menge immer zur geforderten Leistung passen, denn allzu schnell wird aus träge spritzig. Mais gilt gemeinhin als Dickmacher, und welches Pferd möchte keine gute Figur abgeben? Also bitte, dieses Pferdefutter nur in Maßen füttern, da nicht jedes Pferd auf Mais steht! Für dünne Pferde ist Mais empfehlenswert und definiert sich hier als "Kalorienbombe". Auch Gerste, als Pferdefutter ein Newcomer, liefert die Energie in Maßen. Durch ihren hohen Anteil an Klebereiweißen sollte sie nicht als alleiniges Kraftfutter fungieren, sondern durch Pellets ergänzt werden. Diese kleinen vielseitigen Würste sind als innovatives Pferdefutter gefragt. Aus einer Mischung aus zerkleinertem Heu, gemahlenem Getreide unter Zusatz von Mineralien und Vitaminen bestehend, überzeugen Pellets als Grundfutter. Als sogenanntes Modefutter deklariert, rangiert mittlerweile Müsli ganz oben auf der Beliebtheitsskala von Pferdefutter. Soll es veredelt werden, wird Melasse, ein Zuckersirup, zugesetzt. Auch hier ist Abwechslung alles, denn weder zuviel Kräutermüslis als auch zuviel Protein im Müsli sind immer hilfreich. Last but not least gibt es noch Mash. Leicht verdaulich, regelt es auch Verdauungsstörungen und ist besonders als "Leckerli" nach einem Austritt gerne gesehen, denn Weizenkleie, Karottenraspeln, Leinsamen, Traubenzucker, Haferflocken, Apfeltreter und Rote Beete machen Lust auf mehr. Lust auf mehr macht auch Luzerne, eine hochwertige Futterpflanze und ein hervorragender Heu-Ersatz, denn mit ihr wird pure Energie geliefert, die auch ein glänzendes Fell begünstigt. Diätfuttermittel bieten sich in der Rekonvaleszenz als Pferdefutter an.

Frisches Wasser, so lecker!
Abschließend aber noch ein paar Worte zum allerwichtigsten Pferdefutter, dem klaren, sauberen und frischen Wasser. Dieses sollte das Pferd den ganzen Tag nach Lust und Laune trinken können. Hier bietet sich eine Selbsttränke an. Besteht diese Möglichkeit nicht, muss dennoch darauf geachtet werden, dass das Pferd dreimal täglich frisches Wasser angeboten bekommt, denn es gibt Pferde, die geben sich erst zufrieden, wenn sie ca. 80 Liter täglich getrunken haben.

Das Glück der Erde, so sagt man wenigstens, liegt auf dem Rücken der Pferde. Schön, wenn Halter und Pferd zufrieden sind und eine gesunde und vollwertige Ernährung ein Baustein auf dem gemeinsamen Weg ist, oder?

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